Marienkapelle

Ev.-luth. Kirchengemeinde Marienkapelle, Hamburg Eidelstedt, am Redingskamp

„Marien”-kapelle ?

Gäste und selbst Gemeindeglieder sind immer wieder überrascht über den Namen unserer Kirche: Wie kommt die evangelische Marienkapelle zu ihrem Namen? Als 1954 die Kapelle als zweite Predigtstätte Eidelstedts gebaut wurde, orientierte sich der Kirchenvorstand an der Weihnachtsgeschichte: Die Dorfkirche bekam den Namen „Elisabeth” (Mutter Johannes des Täufers), am Redingskamp wurde Maria, die Mutter Jesu, die Namensgeberin, es folgte am Halstenbeker Weg die „Christuskirche” und in ökumenischer Freundschaft reihte sich am Niekampsweg „St. Gabriel” ein.

Am Anfang des Weihnachtsgeschehens wird von einem Überraschungsbesuch bei der Frau erzählt, die Jesus geboren hat: „Der Engel trat bei Maria ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mir dir.” (Lukasevangelium 1, 28).

In der evangelischen Kirche haben wir die Unbeschwertheit verloren, „Ave Maria” zu sagen, Maria zu grüßen. Sie ist nach biblischem Zeugnis nicht weniger Heilige und nicht weniger Sünderin als die Glaubenden heute. Deswegen rufen wir sie nicht als Fürsprecherin an, sondern glauben, dass; diese Rolle allein Christus zusteht. Aber warum sollten wir Maria nicht grüßen ihr Aufmerksamkeit entgegenbringen und sehen, wie Gott sie gesegnet hat und damit auch uns? Sie war die beste Mutter, die Jesus bekommen konnte. Wie bei der Ankündigung der Geburt so ließ sie sich in ihrem ganzen Leben mit Jesus vertrauensvoll auf die Überraschungen ein, die der Sohn Gottes ihr „bescherte”.

„Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir!” Der Gruß des Engels gilt für Marias ganzen Weg. Auch als sie unter dem Kreuz steht, an dem Jesus für die Schuld und Sünde der Welt stirbt. Am Tiefpunkt ihres Lebens erfährt sie, wie Gott mit ihr ist und auch äußerlich für sie sorgt: Jesus vertraut seinem besten Freund Johannes seine Mutter an.

Auf diese Szene fällt der Blick jedes Besuchers unserer Marienkapelle, denn sie ist in der Kreuzigungsgruppe hinter dem Altar festgehalten. Eine bedenkenswerte Familienszene: Maria und Johannes finden zusammen zu einem neuen Miteinander unter dem sich hingebenden Christus.

Hartmut Sölter, Pastor



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